Hallo,
mittlerweile haben wir unsere Kajaktour schon hinter uns.Ich hätte den Blogeintrag schon viel früher hochgeladen, aber nach Neujahr hat hier alles zu gehabt und wenn wir mal was gefunden haben, dann war entweder meine Batterie vom Netbook leer oder man konnte Internet nur kaufen, wenn man in Besitz einer Kreditkarte war oder man konnte seinen Computer nicht nutzen.
Aber wie dem auch sei, die Kajaktour haben wir hinter uns, es war großartig.
Am Mittwoch mussten wir schon ziemlich früh vor Ort sein.Nach einer Einweisung und Safetybriefing haben wir unsere Sachen im Kajak verstaut (es ist wirklich ziemlich viel Platz in so einem Kajak: Zelt, 2 Isomatten, 2 Schlafsäcke, Klamotten, Tagesrucksack, eine riesige Kiste voller Essen und Geschirr, Gaskocher etc. etc) und dann ging es mit dem Wassertaxi ans nördliche Ende des Abel Tasman National Park.
Unser Fortbewegungsmittel für die nächsten Tage
Um ca. halb 3 waren wir dann das erste mal auf dem Wasser.Die erste Tagesetappe war nicht weit, ca. 2 Stunden direktes paddeln an der Küste entlang zur Mosquito Bay (als der Park gegründet wurde, wurde den Einheimischen die Namensgebung überlassen. Die schönsten Flecken haben die schäußlichsten Namen um Touristen abzuschrecken
Uns hat das jedoch nicht gestört, und da die erste Tagesetappe so kurz ausfällt, sind wir noch zur Tonga Island gepaddelt, auf der eine Seelöwenkolonie lebt.
Mosquito Bay, zu der man nur Zugang über den Seeweg hat, bei Ebbe.Die Wasserunterschiede sind hier wirklich beträchtlich (4-5 m Flut/Ebbe) und als wir an der Bay ankamen, herrschte Ebbe und wir mussten das Kajak weit, weit tragen.
Trortzdem, einer unglaublich schöner, ruhiger und abgelegener Ort,an dem man erahnen kann, was die Südinsel ausmacht.Es ist komisch, jeder Einheimische sagt einem, man muss die Südinsel sehn, vorallem im Sommer, das ist das wahre Neuseeland…und obwohl wir auch schon auf der Nordinsel an Traumstränden waren, haben die hier auf der Südinsel, nochmal das gewisse etwas, dass man nicht erklären kann.
Wir haben uns von unseren Freunden ein Zelt ausgeliehen um diesen Trip zu machen.Als wir uns am Abend davor die Verpackung genauer angesehen haben, fiel uns auf, dass darauf hingewiesen wurde, dass dieses Zelt für Regen nicht geeignet ist.Ein Schönwetterzelt, also haben wir uns, als wir die Vorhersage für die nächsten Tage abgeklärt hatten, eines ausgeliehen.Das kostete natürlich und wenn man sich etwas ausleiht, geht man davon aus, dass auch alles vollständig ist.Ja, wie ihr sicher ahnt, war natürlich nicht alles vollständig und so mussten wir, als wir unser Zelt für die erste Nacht aufbauen wollten,feststellen, dass die Heringe fehlten. Haben uns dann von den anderen Leuten welche geliehen und konnten es sicher aufbauen, denn in der Nacht sollte es regnen.
Wie vorhergesagt, kam dieser Regen auch und wir waren froh ein trockenes Dach über dem Kopf zu haben. Aber wir mussten ja weiter.Das blöde jedoch war, dass zu dem Regen ziemlich heftiger Wind und Wellengang war.Und noch blöder war, dass unsere zweite Tagesetappe durch die Mad Mile führte (1,8 km auf dem Wasser voller versteckter Riffe und unberechenbarem Seegang, die nur bei ruhiger See und guten Bedingungen durchquert werden sollte.)
Als wir dann gegen Mittag bei heftigem Regen ausliefen, stellten wir schnell fest, dass es zu gefährlich war.3-4 Meter hohe Wellen machen schon Eindruck, wenn man nur in so einem kleinem Kajak sitzt und die Lenkung nicht richtig geht, weil das Ruder die meiste Zeit aus dem Wasser ist, dann bekommt man es schon ein wenig mit der Angst zu tun.Also sind wir dann zum Anchor Beach gepaddelt, zwar nicht unser eigentlich Ziel, aber der Strand lag noch vor der Mad Mile.Völlig durchnässt haben wir dann hier unser Zelt aufgebaut, natürlich mussten wir auch hier wieder Heringe besorgen, haben uns einen trockenen Satz Klamotten angezogen und was gegessen.
Als wir danach dann so die Zeit totschlugen und dutzende von völlig durchnässten Wanderern sich von einem Wassertaxi abholen ließen, kam eine Frau zu uns und fragte ob es jemanden gäbe, der mit ihr und ihrer Mutter tauscht.Wir erstmal, hä was willst du??
Die liebe Frau: “ Ja, ich und meine Mutter, wir haben zwei Tage auf einem Hausboot gemietet, welches hier vor Anker liegt und jetzt sind wir beide soooooo seekrank und suchen jemanden, der mit uns Hausboot gegen Zelt/Hütte tauschen will.”
Wir natürlich erstmal etwas skeptisch, haben gefragt ob uns das was kostet und als sie dies verneinte und uns die Vorzüge aufzählte, haben wir eingewilligt.
Ein guter Deal, mit halbbitterem Beigeschmack (Milli wurde dann Anfangs auch seekrank):
Ein Bett, BBQ, Frühstück am Morgen, freier Kaffee und unschlagbares Argument, eine heiße Dusche.Das ist nach so einem Tag genau das richtige und so tauschten wir nasses unbequemes Zelt (ihr müsst euch vorstellen, die Isomatten, die wir uns gekauft haben,haben umgerechnet ~ 6 Euro gekostet.Dementsprechend hart waren sie auch und umso besser war der Tausch.)
Das erste richtige Bett seit, ach ich weiß gar nichtmehr wie lange
Am nächsten Tag war das Wetter wieder tutti frutti, wir mussten aber etwas mehr Strecke zurücklegen,als eigentlich geplant. War zwar anstrengend aber trotzdem super schön und so paddelten wir
vorbei an schönen Buchten und einsamen Stränden
zurück in die Zivilisation.
Alles in allem war es ein super Abenteuer, dass uns sehr gut gefallen hat (trotz des Preises )
Liebe Grüße
Basti und Milli
Kleine Anmerkung: Ich sitze hier gerade in der Bibliothek von Nelson, eigentlich eine ziemlich große Stadt.In Neuseeland gibt es in den Bibliotheken meistens freie Internetzugang.Das nutzt jedoch gar nichts, wenn er nicht funktioniert. Wenn ihr das lesen könnt, hat es ungefähr beim ungelogen zwanzigsten mal geklappt, das hochzuladen.