mercredi 2 mars 2011

Arbeit, arbeit

 

Hallo,

mh…ich knüpfe mal nahtlos an das Geschehen nach dem Milford Sound an.

Nachdem wir den Cruise auf dem Milford Sound gemacht haben und es, wie für Milford typisch, angefangen hat zu regnen haben wir in dem einzigen Restaurant das Milford zu bieten hat, Schutz vor Wind und Wetter gesucht und was gegessen, bevor wir wieder 120 km zurück nach Te Anau gefahren sind.

Gegen frühen Abend machten wir uns auf dem Weg zurück und wurden von einer Landschaft überrascht, die wir vorher noch nicht gesehen haben, da wir den Weg nach Milford im dunkeln zurück gelegt haben.Aufgrund des Regens stürzten unendlich viele Wasserfälle die steilen Berghänge herunter.

Berghänge durchzogen von Adern aus Wasser

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Unser Weg führte uns durch den Homer Tunnel, welcher 1935 durch den Fels geschlagen wurde.So hat er auch ausgesehen, ein Tunnel,so gut wie nicht befahren, keine Beleuchtung, keine Ausweichbuchten,keine Notruftelefone einspurig und nur mit Ampeln an beiden Enden um den Verkehr zu regeln, welche aber um die Uhrzeit (5 oder 6 Uhr –.-) ausgeschaltet waren.

Also auf durch den fast 2km langen,dunklen Tunnel und dann passierte es.Alle Warnlichter in der Armatur haben auf einmal aufgeleuchtet, Batterie, Abgasregler, Öl, Kühlwasser,alles.Binnen Sekunden schnellte die Motortemperatur von lauwarm auf kochend!

Also schnell den Motor abgestellt und Sören bescheid gegeben.Und dann standen wir da, im dunklen Tunnel,glücklicherweise ziemlich genau in der Mitte,kein Licht außer Sörens Hecklichter und das leichte summen seines Motors in der ferne.Und unser Warnblicklicht funktioniert nicht….

Nach kurzer Besprechung ist Sören hinter uns gefahren um uns langsam raus zu lotsen.Ohne Bremskraftverstärker und Servolenkung gings rückwärts bergab rollend aus dem Tunnel raus.

Wir waren schon ziemlich erleichtert, als wir endlich aus dem Tunnel raus waren.Nachdem  sich der Motor etwas abgekühlt hat, konnten ich mögliche Fehlerquellen feststellen.Nachdem ich jegliche Flüssigkeiten ausschließen konnte, ist mir aufgefallen, dass der Lüfter, welcher den Motor kühlt, aufgrund eines fehlenden Riemens nicht mehr angetrieben wurde.

“Milli, pack die Strumpfhose aus!”

Nach ca. einer Stunde im strömenden Regen war die Strumpfhose um den Lüfter, Lichtmaschiene und Motorwelle rumgepfriemelt aber beim Praxistest hat sich der Lüfter nicht gedreht Trauriges Smiley.

Tja, die japanischen Ingenieure haben wohl noch nie was von Improvisation gehört und haben den Motor (welcher sich übrigens unter dem Beifahrersitz befindet) so eng geplant, dass man wahrscheinlich nur mit japanischen Kinderfingern hinkommt und der Knoten in der Strumpfhose zu groß war und irgendwo hängen blieb.

Nach einer weiteren Stunde war das selbe mit einem Seil vollbracht.Lüfter läuft, alles geht, ich klatschnass der Unterkühlung nahe.So haben wir die zwei Kilometer lange Strecke durch den Tunnel bergauf in Angriff genommen.

Mein System funktionierte…

…bis in der Mitte plötzlich wieder alle Warnlichter aufleuchteten und die Motortemperatur wieder nach oben schnellte.

Mit Milli neben mir, schwer in Panik, brodelndem Kühlwasser, sind wir, im Stop&Go Verfahren den Tunnel hinauf.Nach ca. 10 Abkühlvorgängen waren wir dann auch mal draussen,wieder Froh und glücklich, am nächsten Tag kein Verkehrschaos im Tunnel auszulösen.

Was blieb uns schon übrig?Egal, wie gut die Notlösung funktioniert hätte, sie hätte keine 120 km Berge rauf und runter bis zum nächsten Dorf gehalten.Über ein Satellitentelefon haben wir dann einen Abschleppdienst gerufen.

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Aufgrund der Panne mussten wir vor der Werkstatt bis Montag warten und konnten deswegen nicht pünktlich bei unserer Arbeit erscheinen.Zum glück hatte unser Boss kein Problem damit.Und so hatte es auch was Gutes, denn ich musste an meinem Geburtstag nicht arbeiten. Smiley

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Der Kuchen schmeckte, wie ein Kuchen in Neuseeland nun mal schmeckt, aber die Geste zählt Zwinkerndes Smiley (danke!).Habe, neben dem Kuchen, eine Packung Haribo Gummibären und eine schicke Geldbörse aus ital. Leder bekommen und wir waren in Queenstown schick Pizza essen Smiley.

Und jetzt sind wir hier, in Cromwell am arbeiten, die Kohle wieder reinholen die uns der Trip nach Milford gekostet hat und was soll man hier schon machen…

Uns bleibt eigentlich kaum was übrig und deswegen vertreiben wir uns die Zeit indem wir den Bus aufräumen

(Svens zu Hause…Unserer ist immer Tippe Toppe)

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Angeln.

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Jagen wie Bear Grylls (hehe habs endlich geschafft, nach Monaten ohne Erfolg.Wären wohl schon längst verhungert!) und das gejagte zubereiten

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Weine testen (l. Kathi)

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Oder ein Demolition Derby besuchen…

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Am Dienstag ist unser letzter Arbeitstag-bis dahin, denn am Donnerstag fangen wir an Äpfel zu ernten.Es ist eigentlich ziemlich schade, denn die Arbeit auf dem Vineyard war zwar hart (8 Std. bei bei Bullenhitze gebückt stehen) aber aufgrund der recht ausgedehnten Pausen und der tollen Arbeitsatmosphäre sicherlich leichter als Äpfel zu pflücken.

Außerdem haben wir für unsere Karre neuen , neuseeländischen, TÜV bekommen und neue, alte Reifen vom Schrottplatz gekauft.

Aufgrund des Erdbebens in Christchurch sind wir etwas besorgt, ob wir unser Auto für den erhofften Preis loskriegen, aber viel haben wir davon eigentlich nicht mitbekommen.Ich hab das Erbeben verschlafen, Milli hingegen hat das Auto etwas wackeln gespürt und es gab kein Brot mehr im Supermarkt.